Die Zahl der Straftaten in Oberfranken ist im vergangenen Jahr um fast vier Prozent angestiegen.

Das geht aus der Kriminalstatistik 2016 hervor, die heute Polizeipräsident Reinhard Kunkel in Bayreuth vorgelegt hat. Insgesamt ereigneten sich im abgelaufenen Jahr über 53 000 Delikte im Regierungsbezirk – täglich also im Schnitt fast 150. Merklich beeinflusst wird die Statistik durch Taten, die sich aus der Zuwanderer-Situation heraus ergeben haben. Stark angestiegen sind in Oberfranken aber auch die Rauschgift- und die Gewaltkriminalität. ist, dass erstmals seit vier Jahren die Zahl der Wohnungseinbrüche in Oberfranken wieder zurückgegangen ist. Die Polizei zählte letztes Jahr exakt 387 Fälle.

 

 

Hier die ausführlichen Informationen der Polizei in Oberfranken:

Oberfränkische Kriminalstatistik 2016

 

OBERFRANKEN. „Auch für das Jahr 2016 können wir in Oberfranken wiederholt eine gute Sicherheitsbilanz ziehen. Die große Anzahl ausländerrechtlicher Straftaten wirkte sich regional unterschiedlich stark auf die Kriminalstatistik aus.

Ohne Berücksichtigung dieser Verstöße ist die Aufklärungsquote in Oberfranken weiter gestiegen und nimmt im bayernweiten Vergleich den ersten Platz ein.

In der Bekämpfung besonderer Phänomene, beispielsweise Wohnungseinbruch, Bandendelikte, Rauschgift, Cybercrime und Extremismus konnten vielfältige Erfolge verzeichnete werden, dennoch stellen sie für die oberfränkischen Einsatzkräfte auch weiterhin eine Herausforderung dar.

Für ihre hervorragend geleistete Arbeit möchte ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich bedanken. Auch der Bevölkerung und den Medien danke ich für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit und Unterstützung“, so der Polizeipräsident Reinhard Kunkel bei der Veröffentlichung der Kriminalstatistik 2016.

 

 

Erneut gute Sicherheitsbilanz für ganz Oberfranken

Aufklärungsquote ohne ausländerrechtliche Verstöße weiter gestiegen und an erster Stelle in Bayern

Straftatenentwicklung wird regional unterschiedlich stark durch den Anstieg der Straftaten nach dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz beeinflusst

Vielfältige Erfolge bei der Bekämpfung besonderer Phänomene, z. B. Wohnungseinbruch, Bandendelikte, Rauschgift, Cybercrime und Extremismus

 

 

KRIMINALITÄTSENTWICKLUNG ALLGEMEIN

 

In Oberfranken wurden im vergangenen Jahr 53.526 Straftaten insgesamt registriert.

Nach einem leichten Anstieg der Fallzahlen der Straftaten insgesamt in 2015   (+ 1,9 Prozent) wird auch in 2016 wiederum eine Erhöhung um 3,8 Prozent registriert. Trotz des starken Anstiegs der Verstöße gegen ausländer­rechtliche Bestimmungen (siehe nächster Absatz) bewegen sich die Fallzahlen um zirka 2.000 Delikte über dem Durchschnittswert der letzten 10 Jahre, der sich mit 51.499 errechnet.

 

Die Entwicklung der Gesamtstraftaten wird nach wie vor durch den Anstieg der Straftaten nach dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz, insbesondere in den Grenzregionen, aber vermehrt auch in Polizeipräsidien mit Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften beeinflusst. In den oberfränkischen Landkreisen und Städ­ten sind mit Stand 31.01.2017 520 zentrale und dezentrale Unterkünfte für Flüchtlingen zu verzeichnen. Zusätzlich sind insgesamt 69 Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vorhanden.

 

Werden bei der Registrierung von Flüchtlingen ausländerrechtliche Verstöße festgestellt (z.B. Aufenthalt ohne Pass oder Aufenthaltsgenehmigung), werden diese zur Anzeige gebracht und im PKS-Gruppenschlüssel 725000 (dies sind Straftaten gegen Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz) aufaddiert. Durch die erhöhten Flüchtlingszahlen steigen auch in Oberfranken die Fallzahlen in diesem PKS-Schlüssel stark an.

Dieser überproportionale An­stieg beeinflusst die Anzahl der Straftaten insgesamt, die Aufklärungsquote (AQ) und die Häufigkeitszahl (HZ) sowohl im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberfranken, als auch insbesondere in den Gemeinden und Dienstbereichen, in denen sich Notunterkünfte und Aufnahmeeinrichtungen befinden.

 

Insofern lässt der Vergleich der Anzahl der „Straftaten insgesamt“ mit den Vorjahren, insbesondere bei der Langzeitbetrachtung, keine direkt vergleichende Aus­sage zur Entwicklung der allgemeinen Kriminalität zu. Ein zutreffenderes Bild liefert hier die Betrachtung des PKS-Schlüssels 890000, d. h. Straftaten insgesamt – ohne Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz. Diese werden hier in blauer Schrift dargestellt und als ‚bereinigte Straftaten‘ bezeichnet.

Ohne die ausländerrechtlichen Fälle stiegen die Straftaten im Jahr 2016 um 2,8 Prozent auf 48.509.

 

Die Häufigkeitszahl (HZ) beschreibt als Sicherheitsfaktor das Verhältnis der bekannt gewordenen Straftaten pro hunderttausend Einwohner.

Die ‚bereinigten‘ Fallzahlen betragen oberfrankenweit 4.579 pro hunderttausend Einwohner. Der Durchschnitt in Bayern beträgt 4.785 Straftaten.

 

Die Aufklärungsquote (AQ) bei den Straftaten insgesamt stieg im Vergleich zum Jahr 2015, mit 72,9 Prozent, weiter an und beträgt 2016 73,8 Prozent.

Auch im landesweiten Vergleich, bei Straftaten ohne Verstöße nach dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz, stieg die oberfränkische Aufklärungsquote auf 71,1 Prozent (2015: 70,4 Prozent).

Oberfranken liegt mit dieser Aufklärungsquote wiederum weit über dem landesweiten Durchschnitt von 63,7 Prozent und weit über den Werten der anderen bayerischen Ver­bände.

 

Zu den in Oberfranken 39.510 aufgeklärten Fällen insgesamt konnte die Polizei 29.252 Tatverdächtige ermitteln. Bei den ‚bereinigten‘ Zahlen, ohne Zusammenhang mit dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz, wurden zu den 34.499 aufgeklärten Fällen 24.371 Tatverdächtige ermittelt.

 

 

KRIMINALITÄTSENTWICKLUNG IN DEN MITTELZENTREN, LANDKREISEN UND DER GRENZREGION

 

In den oberfränkischen MITTELZENTREN Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof registrierte die Polizei im Jahr 2016 insgesamt 21.937 Straftaten.

 

Allein im Bereich Hof konnte ein Rückgang der Straftaten verzeichnet werden. Mit insgesamt 3.711 Fällen wurden 851 (- 18,7 Prozent) weniger verzeichnet.

Bei den ‚bereinigten‘ Zahlen (ohne die Verstöße nach dem Aufenthalts-, Asyl-Freizügigkeitsgesetz), ist in den Bereichen Coburg und Hof eine Verringerung festzustellen. In Coburg sank die Anzahl der Straftaten um 119 auf 3.296 (- 3, 5 Prozent), im Bereich Hof um 345 Fälle auf 3.530 (- 8,9 Prozent).

 

Eine Steigerung der Straftaten ist in den Mittelzentren Bamberg, Bayreuth und Coburg registriert worden. In Bamberg stiegen die Fälle um 477 (+ 7,6 Prozent) auf 6.79. Ebenso erhöhten sich die Fallzahlen in Bayreuth, um 2.301 (+ 41,4 Prozent) auf 7.864. Hier stieg jedoch auch die Aufklärungsquote um 5,4 Prozent. Im Bereich Coburg ist eine leichte Zunahme der Straftaten um 136 (+ 4,0 Prozent) auf 3.571 zu verzeichnen.

Bei den ‚bereinigten‘ Zahlen wurde in den Mittelzentren Bamberg und Bayreuth eine Erhöhung festgestellt. Im Bereich Bamberg stieg die Anzahl der Straftaten um 475 (+ 7,7 Prozent) auf 6.680. Im Bayreuther Bereich ist eine Erhöhung der Fallzahlen um + 18,8 Prozent, 915 Fälle mehr, auf 5.788 zu verzeichnen.

 

 

Bei den LANDKREISEN in Oberfranken ist eine unterschiedliche Entwicklung festzustellen.

 

In den Landkreisen Bamberg, Bayreuth, Forchheim, Hof und Wunsiedel ist teils ein deutlicher Rückgang der Straftaten zu verzeichnen.

Im Bamberger Landkreis sank die Anzahl der Straftaten um – 5,3 Prozent, 207 Fälle, auf 3.722, im Landkreis Bayreuth um – 1,1 Prozent, ein Rückgang von 35 Fällen auf 3.107. Im Forchheimer Landkreis ist ein Rückgang um 148 Straftaten (- 4,0 Prozent) auf 3.515 zu verzeichnen und im Landkreis Hof waren es mit 4.597 Fällen 789 Straftaten (- 14,6 Prozent) weniger als im Jahr 2015. Im Landkreis Wunsiedel verringerte sich die Anzahl der Fälle um 487 (- 11,2 Prozent) auf 3.878.

In den Landkreisen Forchheim, Hof, Kronach und Wunsiedel sank die Anzahl der ‚bereinigten‘ Straftaten. Im Landkreis Forchheim um 19 Fälle (- 0,5 Prozent) auf 3.500. Der Hofer Landkreis weist einen Rückgang von – 3,4 Prozent, 137 Fälle, auf insgesamt 3.949 auf. Im Landkreis Kronach waren es vergangenes Jahr mit 2.288 Straftaten 179 weniger (- 7,3 Prozent). Der Wunsiedler Landkreis hat einen Rückgang von 284 Fallzahlen zu verzeichnen, (- 7,2 Prozent) auf 3.654.

 

Eine Steigerung der Straftatenanzahl ist in den Landkreisen Kulmbach, Lichtenfels, Coburg und Kronach festzustellen.

Der Kulmbacher Landkreis steht mit 3.819 Fällen, einem Plus von 1.134 Fällen, + 42,2 Prozent, an der Spitze. Allerdings ragt hier die zudem gestiegene Aufklärungsquote mit 81,1 Prozent weit heraus. Ein Anstieg der Straftaten ist zudem im Lichtenfelser Landkreis um 163 Fälle (+ 5,5 Prozent) auf 3.103 zu verzeichnen. Mit 201 Straftaten erhöhte sich die Anzahl im Landkreis Coburg um + 6,5 Prozent auf 3.295, im Landkreis Kronach um 27 Fällen zum Vorjahr (+ 1,1 Prozent) auf 2.560.

In den Landkreisen Kulmbach, Lichtenfels, Coburg, Bayreuth und Bamberg ist bei den bereinigten Zahlen eine Steigerung festzustellen. Im Landkreis Kulmbach stiegen die Straftaten um 574 auf 3.139 festzustellen (+ 22,4 Prozent) festzustellen. Der Landkreis Lichtenfels verzeichnet eine Erhöhung um + 5,5 Prozent, 161 Straftaten auf 3.081. 147 Fälle mehr (+ 5,3 Prozent) waren es im Bayreuther Landkreis mit insgesamt 2.913. Beim Landkreis Coburg stiegen die Straftaten um 2,6 Prozent, 78 Fällen mehr, auf 3.031. Im Bamberger Landkreis blieb die Anzahl der Fälle mit 4 (+ 0,1 Prozent) auf 3.643 nahezu gleich.

 

 

Die durchschnittliche Entwicklung in der GRENZREGION, bestehend aus den Landkreisen Wunsiedel und Hof sowie der Stadt Hof, verringerten sich zum Vorjahr um 2.127 Fällen auf insgesamt 12.186 (- 14,9 Prozent). Sowohl im Landkreis Wunsiedel ist weiter ein Rückgang von 487 Straftaten (- 11,2 Prozent) festzustellen, wie auch im Stadtgebiet Hof, dort waren die Fälle um 851 (- 18,7 Prozent) rückläufig. Die Anzahl der Straftaten im Landkreis Hof sanken ebenfalls, um 789 (- 14,6 Prozent) auf 4.597.

Die ‚bereinigten‘ Straftaten in der Grenzregion belaufen sich auf 11.133. Das sind – 6,4 Prozent, 766 Fälle, weniger als im Jahr 2015.

Eine Verringerung der Fallzahlen ist insbesondere im Bereich der Diebstahlsdelikte, um 245 Fälle auf 2.519, bei der Straßenkriminalität um 314 Straftaten auf 1.521 (- 17,1 Prozent) festzustellen. Im Bereich der Rauschgiftdelikten ist nur noch eine leichte Veränderung von 20 Fällen weniger (- 1,5 Prozent) auf 1.321 Straftaten zu verzeichnen.

Die Aufklärungsquote in der Grenzregion bleibt mit 76,4 Prozent, einem leichten Rückgang von 1,2 Prozent zum Vorjahr, weiter hoch. Bei den Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße ist die Aufklärungsquote mit + 1,2 Prozent auf 74,3 Prozent erneut gestiegen.

 

Seit dem 11. Oktober 2016 sorgen die Polizeiinspektion Fahndung und die personell verstärkte Inspektion Marktredwitz mit der neuen Polizeiwache Selb für die Sicherheit in der Grenzregion zu Tschechien. Die Fahndungsspezialisten bekämpfen rund um die Uhr die grenzüberschreitende Kriminalität, insbesondere im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls, der Kfz-Verschiebung, des Rauschgift- und Waffenschmuggels sowie der illegalen Migration.

 

 

VERÄNDERUNG EINZELNER DELIKTSBEREICHE

 

Im Jahr 2016 konnten bei folgenden Deliktsbereichen ein Rückgang der Fallzahlen verzeichnet werden:

 

Diebstahlsdelikte gesamt: – 0,4 Prozent

  • Kfz-Diebstahl: – 3,4 Prozent

 

  • Schwerer Diebstahl: – 3,6 Prozent
  • Ladendiebstahl: + 7,4 Prozent        Den größten Anteil an der Diebstahlskriminalität nehmen weiterhin die Ladendiebstähle mit 21,5 Prozent und die Diebstähle um das Fahrzeug (von, aus, an Kfz, Fahrraddiebstahl) mit insgesamt 22,8 Prozent ein. Von den insgesamt 4.378 ermittelten Tatverdächtigen im Zusammenhang mit Diebstahlsdelikten waren 3.068 männlich (70,1 Prozent). Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug 36,1 Prozent, 1.581 Tatverdächtige.  Straßenkriminalität: mit 0,0 Prozent unverändert

 

 

    • Bei allen Diebstahlsdelikten entstand im Jahr 2016 ein Beuteschaden von 1.583.593 Euro (2015: 9.618.633 Euro). Davon entfallen 4.103.722 Euro auf den einfachen Diebstahl und 6.479.871 Euro auf den sog. schweren Diebstahl.
    • Sachbeschädigung an Kfz:  – 8,1 Prozent
  • Diebstahl von Kfz:  -3,4 Prozent
  • Diebstahl aus/an Kfz: – 12,8 ProzentStraßenkriminalität beschreibt Straftaten ver­schiedener Deliktsbereiche im öffentlichen Raum. Darunter werden z. B. Raubdelikte, Sachbeschädigungen oder Kfz-Diebstähle ge­zählt.Die Straßenkriminalität nimmt 14,5 Prozent der Gesamtstraftaten ein. Die Mehrzahl der 1.791 Tatverdächtigen war männlich, 78,8 Prozent. Nichtdeutsche machen einen Anteil von 22,6 Prozent aus. Der in diesem Deliktsbereich verursachte Gesamtschaden (Beute- und Sachschaden) beträgt 5.348.849 Euro (2015: 5.122.398 Euro).    Die Aufklärungsquote liegt mit 96,0 Prozent um 4,6 Prozent höher als im Vorjahr. Von den 107 Tatverdächtigen waren 90 männlich (84,1 Prozent). Die Anzahl Nichtdeutscher lag bei 16 Prozent. In insgesamt drei Fällen wurde mit einer Schusswaffe geschossen.Gewaltkriminalität: + 13,6 Prozent

 

 

    • Mit 101 erfassten Straftaten gegen das Leben liegt die Anzahl in diesem Deliktsbereich um 20 Fälle (+ 24,7 Prozent) höher als im Jahr 2015. Von diesen 101 Fällen blieben 62 im Versuchsstadium (2015: 61 Fälle).
    • Straftaten gegen das Leben: + 24,7 Prozent
    • Im Jahr 2016 konnte bei folgenden Delikten eine Steigerung der Fallzahlen verzeichnet werden:
    • Im Jahr 2016 ereigneten sich in Oberfranken 7.474 Straftaten im öffentlichen Raum, im Vergleich zum Vorjahr genau die gleiche Anzahl. Weiterhin stellt dies den niedrigsten Wert im Zehnjahresvergleich dar. Die Auf­klärungsquote sank minimal um 0,3 Prozent auf 25,6 Prozent. Sachbeschädigungsdelikte an Kfz sanken um 8,1 Prozent auf 2.099 Fälle, auf Straßen, Wegen und Plätzen stiegen um 7,3 Prozent. Während bei den Diebstählen von Fahrrädern eine Erhöhung der Straftaten auf 1.647, + 11,7 Prozent, festgestellt werden musste, sank die Anzahl der Diebstähle von Kfz um 3,4 Prozent und die Diebstähle aus/an Kfz um 12,8 Prozent.
  • Gefährliche u. schwere Körperverl.: + 16,2 Prozent, In die­sem Deliktsbereich ist die Aufklärungsquote 2016 87,9 Prozent. Bei der Tatausführung wurde in 8 Fällen mit der Schusswaffe gedroht (2015: 14 Fälle) und in 18 Fällen geschossen (2015: 11 Fälle). Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: + 0,2 Prozent, Im Deliktsbereich wurden 415 Opfer erfasst (344 weiblich, 71 männlich). Von 410 Tatverdächtigen waren 368 männlich (89,8 Prozent). Bei 58,8 Prozent der Opfer stammte der Tatverdächtige aus dem engen sozialen Umfeld, war also ein Verwandter oder Bekannter. Bei 78 Tatverdächtigen, 19,0 Prozent, handelte es sich um Nichtdeutsche.             – Sachbeschädigung: + 3,8 Prozent Mit einer Quote von 23,9 Prozent haben die Sonstigen Straftaten gem. StGB neben den Diebstahlsdelikten (23,0 Prozent) einen wesentlichen Anteil an der Gesamtkriminalität. Der Trend im Jahr 2015 (- 1.231 Fälle, – 9,1 Prozent) setzte sich nicht fort. Bei einer Zunahme von 473 Fällen, + 3,8 Prozent, konnten insgesamt 12.806 Straftaten verzeichnet werden. Die Aufklärungsquote stieg um 0,3 Prozent auf 61,8 Prozent.Sachbeschädigung 3.757.533  Euro (2015: 3.848.141 Euro)Von den 6.695 ermittelten Tatverdächtigen waren 5.025 (75,1 Prozent) männlich. Bei 931 Tatverdächtigen handelte es sich um Nichtdeutsche (13,9 Prozent).  Sowohl bei Betrachtung der Gesamtzahl aller Straftaten als auch bei Betrachtung des PKS-Schlüssels 890000 hat der Faktor „Alkohol“ im Jahr 2016 bei der Begehung von Straftaten erneut an Bedeutung verloren. In 13,0 Prozent  In diesem Fall weist der PKS-Schlüssel 890000, die ‚bereinigten‘ Zahlen, denselben Wert auf. Den größten Teil der unter Alkoholeinwirkung begangenen Straftaten nehmen die Körperverletzungsdelik­te mit 46,4 Prozent ein und 2.384 Fälle ein (2015: 2.352 Fälle, 46,2 Prozent).   Die Häufigkeitszahl (HZ) für diesen Deliktsbereich liegt in Oberfranken weit unter dem bayerischen Durchschnitt (Oberfranken: HZ 37, Bayern: HZ 58) und ist die Niedrigste im Vergleich aller Verbände.  Etwa 48 Prozent der Einbrüche bleiben im Versuchsstadium stecken, auch weil die Täter oft von wirkungsvoller Sicherungstechnik abgehalten werden. Aber auch aufmerksame Nachbarn können einen wertvollen Beitrag zur Verhinderung von Einbrüchen und zur Aufklärung leisten. Die vier oberfränkischen kriminalpolizeilichen Fachberater stehen nicht nur zum Thema Einbruchschutz für alle Bürger kostenlos zu Verfügung.  Bei Rauschgiftdelikten handelt es sich fast ausschließlich um Kontrolldelikte, was die hohe Aufklärungsquote von 97,6 Prozent (+ 0,6 Prozent) widerspiegelt und das konsequente Vorgehen der oberfränkischen Polizei verdeutlicht.Die aufgrund intensiver Kontrolltätigkeit der Bundespolizei und v. a. der Zollbehörden an der Grenze zur Tschechischen Republik erfolgten Aufgriffe insbesondere im Bereich Rauschgiftdelikte fließen in die oberfränkische Kriminalstatistik mit ein.Der Anstieg der Fälle der Rauschgiftkriminalität bis zum Jahr 2014 ist auf die fortgeführte Kontrolltätigkeit der oberfränkischen Polizei im Rahmen von Konzepteinsätzen in Umsetzung des „Bekämpfungskonzeptes Crystal“ und auf die Tätigkeit von Ermittlungsgruppen der Kriminalpolizei zurückzuführen, auch als Folgeermittlungen aus Rauschgiftaufgriffen im grenznahen Raum. Der leichte Rückgang der Fallzahlen im Jahr 2015 wurde 2016 von einem starken Anstieg abgelöst, der sich in den langjährigen Trend einfügt.Der Hauptanteil der registrierten Verstöße gegen das BtMG liegt bei den allgemeinen Verstößen gem. §29 BtMG (z.B. Besitz v. BtM). Mit 3.201 allg. Verstößen wurde im Jahr 2016 immerhin ein Zuwachs von 34,7 Prozent registriert. – illegaler Handel und Schmuggel (geringe Menge): + 8,5 Prozent, Die Fallzahlen für Delikte mit der Stoffart Amfet./Metamfet. in Pulver-/flüssiger Form (Allg. Verstoß, Illegaler Handel und Schmuggel mit geringer Menge, Illegaler Handel und Einfuhr mit nicht geringer Menge stiegen bis 2012 kontinuierlich an. 2013 und 2014 war jeweils ein leichter Rückgang festzustellen. Ab 2014 werden zu Vergleichszwecken im Bereich „Crystal“ nur noch die speziellen Schlüssel herangezogen.Im Gegensatz dazu wird bei der Stoffart Cannabis ein Zuwachs von 54,5 Prozent (2.377 Fälle; + 838) verzeichnet.SicherstellungsmengenEine aktuelle Recherche der Falldatei Rauschgift des Bundes (FDR) ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr möglich. Ein Vergleich zu den Vorjahren kann deshalb nicht mehr hergestellt werden.  In Oberfranken mussten im Jahr 2016 31 Rauschgifttote festgestellt werden. (2015: 31 Personen). Unter den Begriff Rauschgifttoter fallen: insbesondere–  infolge langzeitigen Missbrauchs + tödliche Unfälle von unter Drogeneinfluss stehenden PersonenCYBERCRIMECybercrime umfasst die Straftaten, die sich gegen das Internet, weitere Datennetze, informationstech­nische Systeme oder deren Daten richten („Cybercrime im engeren Sinne“ – PKS: Computerkriminalität). Cybercrime umfasst auch solche Straftaten, die mittels dieser Informationstechnik begangen wurden („Cybercrime Tatmittel“ – PKS: Internetkriminalität).COMPUTERKRIMINALITÄT: Unter Computerkriminalität fallen insbesondere:

 

  • Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten mit PIN  § 263a StGB und Computerbetrug,
  • + Selbsttötung aus Verzweiflung über die Lebensumstände oder unter Einwirkung von  Entzugserscheinungen
  • —  infolge von Überdosierung
  • + Todesfälle, die in einem kausalen Zusammenhang mit dem missbräuchlichen Konsum von Betäubungs- oder Ausweichmitteln/ Ersatzstoffen stehen,
  • Rauschgifttote
  • Bei anderen Betäubungsmittelarten sind die Sicherstellungsmengen gestiegen, insbesondere bei Ecstasy um 111,2 Prozent auf 5.951,70 Stück. Bei Haschisch wurden 13.749,14 Gramm sichergestellt, 64,3 Prozent mehr als im Jahr 2015. Fentanylpflaster konnten 86 Stück sichergestellt werden, das sind 56,4 Prozent mehr. Bei Amfetamin stieg die Sicherstellungsmenge um 37,4 Prozent auf 4.593,34 Gramm.
  • Die oberfränkischen Polizeibehörden stellten im Jahr 2016 zirka 2,3 Kilogramm Crystal sicher. Dies sind 39,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
  • Bei den o.g. Delikten mit der Stoffart „Crystal“ wird für 2016 ein starker Rückgang von 20,1 Prozent registriert.
  • Wurde die Stoffart „Crystal“ in der PKS bis 31.12.2013 im Bereich Amfetamin/Metamfetamin und Derivate in Pulver- oder flüssiger Form aufsummiert, werden ab 01.01.2014 alle darin enthaltenen Stoffarten separat erfasst (außer bei Illegalem Handel ‚nicht geringe Menge‘). Zur Erlangung eines Vergleichswertes müssen die nun ausgewiesenen Einzelschlüssel zu einem Gesamtwert aufaddiert werden. Dadurch war 2014 erstmals die Aussage möglich, dass im Jahr 2014 drei Viertel (74,6 %) der Delikte dem (zu Vergleichszwecken errechneten) Gruppenschlüssel „Amfetamin/Metamfetamin und Derivate in Pulver- oder flüssiger Form“ mit der Stoffart „Crystal“ zuzurechnen waren.
  • – illegaler Handel von Betäubungsmittel (nicht geringe Menge): + 25,0 Prozent.
  • Bis auf die Einfuhr von Betäubungsmittel in nicht geringer Menge (- 10,4 Prozent) verzeichnen alle anderen Deliktsarten Zunahmen:
  • Die Wirksamkeit der Kontrollen bestätigt der starke Anstieg der Fallzahlen im Bereich Rauschgiftdelikte ab dem Jahr 2008 und die seitdem bestehende diesbezügliche Kontinuität.
  • Das Konzept zur Integration der Grenzpolizei im Jahr 2008 kompensierte mit der Errichtung der Fahndungs-und Kontrollgruppen bei der Polizeiinspektion Marktredwitz und der Verkehrspolizei Hof den Wegfall der systematischen Grenzkontrolle zur Tschechischen Republik. Neuerdings ist mit der Umwandlung der Polizeiinspektion Selb in die Polizeiinspektion Fahndung (PIF) Selb ein weiterer Fahndungsschwerpunkt entstanden.
  • Die Anzahl der Rauschgiftdelikte in Oberfranken stieg im Jahr 2016 um 913 Fälle (+ 26,7 Prozent) auf 4.330 Straftaten.
  • RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT
  • Aufgrund der vorangegangenen Erfolge wird dieses Jahr der 29. Oktober 2017 der „Tag des Einbruchsschutzes“ für die oberfränkischen Bürger sein. „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“.
  • Nach wie vor investiert die Oberfränkische Polizei viel in Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen. Die Resonanz auf die durchgeführten Aktionen lässt sich als sehr gut beurteilen, es bestand stets ein reges Interesse der Bevölkerung.
  • Die Aufklärungsquote (AQ) ist in diesem Bereich um 4,2 Prozent auf 25,6 Prozent gesunken, liegt aber immer noch 2,8 Prozent über dem Wert des Jahres 2014. Im Vergleich zum bayerischen Durchschnitt mit einer AQ von 16,4 Prozent, ist Oberfranken sehr gut aufgestellt.
  • Im Vergleich zum Vorjahr war in Oberfranken im Jahr 2016 ein Rückgang um 19 Fälle auf 387 Straftaten (- 4,7 Prozent) zu verzeichnen. Bayernweit sank die Anzahl der Fälle um 0,1 Prozent.
  • Ein Wohnungseinbruch bedeutet für die Opfer nicht nur einen materiellen Schaden. Die Tatsache, dass sich Fremde in den eigenen vier Wänden aufgehalten haben, ist für viele Opfer ein schwer zu verkraftender Eingriff in die Privatsphäre. Das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger wird dadurch erheblich negativ belastet. In den Herbst- und Wintermonaten kommt es erfahrungsgemäß zu einer Steigerung der Fallzahlen im Bereich der Wohnungseinbrüche, die früh einsetzende Dunkelheit und unbeleuchtete Anwesen erleichtern den Tätern die Auswahl „lohnender“ Objekte.
  • WOHNUNGSEINBRUCHDIEBSTAHL
  • Die alkoholbedingten Straf­taten zur Nachtzeit (Zeit zwi­schen 01.00 Uhr und 06.00 Uhr) nehmen einen Anteil von 32,1 Prozent der unter Alkoho­leinfluss begangenen Strafta­ten ein (2015: 33,9 Prozent).
  • (2015: 13,5 Prozent) aller geklärten Fälle standen die 5.143 Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss. Bei den Straftaten ohne ausländerrechtliche Bestimmungen wurden 14,9 Prozent aller geklärten Fälle (2015: 15,3 Prozent) unter Alkoholeinfluss verübt.
  • Die hohe Anzahl der ausländerrechtlichen Verstöße (9,4 Prozent der Gesamtkriminalität), nehmen bei dieser Betrachtung kaum Einfluss auf den Prozentanteil der Verstöße unter Alkoholeinfluss. Daher wird bei der Betrachtung des Faktors Alkohol neben der Gesamtzahl aller Straftaten auch der Deliktschlüssel 890000 (Delikte ohne Ausländerrecht) herangezogen:
  • ALKOHOLBEDINGTE KRIMINALITÄT
  • Brandstiftung 34.353.474 Euro (2015: 15.363.674 Euro)
  • Der verursachte Sachschaden bei ausgewählten Delikten beträgt:
  • Die Deliktsgruppe der Sonstigen Straftaten gem. dem Strafgesetzbuch (StGB) umfasst in erster Linie die Straftatbestände der Sachbeschädigung, Beleidigung, des Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung.
  •             – Brandstiftung: – 22,0 Prozent
  • Sonstige Straftaten gem. StGB: + 3,8 Prozent
  • Die Gesamtzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist im Präsidialbereich Oberfranken im Jahr 2016 relativ konstant ge­blieben und nur um 0,2 Prozent auf 543 Straftaten angestiegen (+ 1 Fall). 92,3 Prozent der Straftaten, 501 Fälle konnten geklärt werden. Die Aufklärungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr 2015 um + 2,8 Prozent gestiegen.
  •             – Verbreitung pornografischer Schriften: + 10 Prozent
  • Von den 1.848 Tatverdächtigen waren 1.577 Personen männlich. Nichtdeutsche wurden zu 32,3 Prozent als tatverdächtig registriert.
  • Unter Gewaltkriminalität werden Straftaten aus verschiedenen Deliktsbereichen zusammengefasst, die eine besondere Gewaltbereitschaft der Täter erkennen lassen. Darunter zählen z. B. Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raubdelikte und gefährliche und schwere Körperverletzung. 2016 wurden mit 1.745 Fällen, 13,6 Prozent mehr Gewaltdelikte als im Vorjahr registriert. Die Anzahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen, die mit 1.443 Fällen den Hauptanteil in diesem Deliktsbereich einnehmen, ist um 16,2 Prozent gestiegen; davon im öffentlichen Raum um 20,5 Prozent auf 476 Straftaten. Die Raubdelikte insgesamt blieben mit einer Anzahl von 154 unverändert.
  •                                davon im öffentl. Raum: + 20,5 Prozent
Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten §§ 263, 263a StGB

Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung gem. §§ 269, 270 StGB, Datenveränderung, Computersabotage §§ 303a, 303b StGB, Ausspähen, Abfangen von Daten gem. §§ 202a, 202b, 202c StGB einschl. Vorbereitungshandlung sowie Softwarepiraterie im privaten Bereich sowie in Form gewerbsmäßigen Handelns.

Insgesamt 1.224 Fälle bearbeiteten Polizeidienststellen in Oberfranken im Jahr 2016. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 146 Fälle mehr (+ 13,5 Prozent). Die Aufklärungsquote konnte hier um 3,6 Prozent erhöht werden.

 

INTERNETKRIMINALITÄT:  Die Auswertung „Internetkriminalität“ beinhaltet im Gegensatz zu „Computerkriminalität“ auch Delikte wie beispielsweise Beleidigung, Bedrohung mittels E-Mail oder Soziale Netzwerke, Verbreitung oder Besitz pornografischer Schriften, Betrugsdelikte u. a. Im vergangenen Jahr bearbeitete die Oberfränkische Polizei insgesamt 2.319 Straftaten. Das sind 128 Fälle (- 5,2 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote sank leicht um 0,8 Prozent.

Die Diskrepanz in der Auswertung der Fallzahlen für das PP Oberfranken mit den Kriterien „Endsachbe­arbeitung“ und „Tatortzuständigkeit“ ergibt sich aufgrund der Tatortauswahl „unbekannt in Deutschland“ im Vorgang. Viele Täter agieren unerkannt im Netz, oft ist lediglich ein unbestimmter Ort des Handels in Deutschland zu ermitteln. Diese Fälle werden bei der Auswertung nach Endsachbearbeitung durch eine Dienststelle im Zuständigkeitsbereich des PP Oberfranken berücksichtigt, nicht aber bei der Auswertung nach Tatortzuständigkeit. Für den Bereich Bayern (gesamt) ergibt sich kein Unterschied in der Auswertung nach Endsachbearbeitung oder Tatortzuständigkeit, da die Tatortauswahl „unbekannt in Deutschland“ PKS-intern auf „unbekannt in Bayern“ zurückgestuft wird.

 

Dunkelfeld:  Insbesondere im Bereich der Computerkriminalität handeln die Täter oft im Ausland (z. B. BKA-Trojaner, Tatort: Ukraine) oder der Tatort ist aufgrund Verschleierungsmöglichkeit der IP-Adresse (beispielsweise mittels Proxy-Server oder VPN-Tunnel) völlig ungeklärt. Diese Fälle fließen nicht in die PKS ein. Auch Fälle mit Tatort in einem anderen Bundesland als Bayern werden für Bayern nicht berücksichtigt.

Zudem fließen Fälle der Computerkriminalität, bei denen in Tateinheit ein höherwertiges Delikt aus einem anderen Bereich begangen wurde, nicht in den Summenschlüssel 897000 Computerkriminalität ein, sondern in den Bereich des höherwertigen Deliktes. Als ein Beispiel wird der Tatbestand der Erpressung i.Z.m. DDoS-Angriffen oder Ransomware genannt. Hier ist neben der Erpressung als Tatbestand die Datenveränderung und/oder Computersabotage verwirklicht. Die Computerdelikte stellen den eigentlichen Schwerpunkt der Täterhandlung dar, zur PKS wird jedoch nur das höherwertigere Delikt „Erpressung“ gemeldet. Den größten Bereich des Dunkelfeldes dürften jedoch nicht angezeigte Fälle ausmachen.

 

Die Bekämpfung von Cybercrime ist für die Sicherheitsbehörden eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Nahezu alle Delikte können mittels Informations- und Kommunikationstechnologie begangen werden. Die Spannbreite reicht von Betrügereien und Identitätsdiebstahl über Erpressungslagen mittels DDoS-Angriff und Ransomware bis hin zur Spionage. Daneben erlangen Delikte, die diese Technologie selbst zum Angriffsziel haben, immer mehr an Bedeutung. Ferner ist die zielgerichtete Verfolgung von Netzwerkspuren und die Aufdeckung von Strukturen im Zusammenhang mit schweren staatsgefährdenden Straftaten eine eminent wichtige Aufgabe. OK- und Bandenverfahren sowie der Bereich des operativen Staatsschutzes/Terrorismus weisen häufig Bezüge zu Cybercrime auf.

Zu diesem Zweck wurden zum 01. März 2017 bei allen Kriminalpolizeiinspektionen und Kriminalpolizeiinspektionen mit Zentralaufgaben (KPI(Z)) in Bayern Kommissariate Cybercrime eingerichtet.

 

 

POLITISCH MOTIVIERTE KRIMINALITÄT (PMK)

 

GESAMT

Bei der Entwicklung der PMK-Zahlen zeigt sich in den letzten Jahren ein sehr indifferentes Bild. Wurden im Jahre 2008 noch 416 Delikte registriert, fielen bis zum Jahr 2011 die Fahlzahlen auf „nur“ noch 252 registrierte Delikte. Seit dem Jahr 2012 war jedoch bis 2015 ein kontinuierlicher Anstieg bis auf 310 Fall­zahlen im Jahr 2015 feststellbar. Im Jahr 2016 konnte dieser Anstieg auf hohem Niveau mit 308 Fallzahlen beendet werden. (- 0,6 Prozent)

 

Rechtsextremismus:

Hier ist ein deutlicher Rückgang im Jahr 2016 in Oberfranken mit nunmehr 210 Fällen erkennbar. Dies ent­spricht in etwa dem Niveau der Jahre 2012 und 2014.

Der Phänomenbereich „Rechts“ weist, wie in den Jahren zuvor, den höchsten Anteil der politisch moti­vierten Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums Oberfranken auf.

In den Bereichen der Kriminalpolizeidienststellen Bamberg (2015: 76 / 2016: 69), Bayreuth (2015: 66 / 2016: 59) und Hof (2015: 62 / 2016: 54) sind die Fallzahlen „Rechts“ gefallen, im KPI-Bereich Coburg (2015: 26 / 2016: 54) sind die Straftaten angestiegen.

 

Linksextremismus:

Nach 41 Fallzahlen „PMK-links“ im Jahr 2015 in Oberfranken ist mit 58 Fallzahlen im Jahr 2016 ein deutlicher Anstieg festzustellen. Dem Rückgang in den Zuständigkeitsbereichen der KPI Bayreuth (4 Delikte), Coburg (6 Delikte) und Hof (0 Delikte) steht ein überproportionaler Anstieg im Bereich der KPI Bamberg (2015: 13 / 2016: 48) gegenüber.

 

Politisch motivierte Gewaltdelikte

Im Jahr 2016 wurden in Oberfranken insgesamt 13 Fälle der politisch motivierten Gewaltkriminalität verzeichnet.

 

Davon entfallen drei auf den Phänomenbereich „Rechts“.

1 x Sexualdelikt sowie

2 x Körperverletzung

 

Davon entfallen drei auf den Phänomenbereich „Links“.

1 x Brand- und Sprengstoffdelikte

2 x Körperverletzung

 

Davon entfallen vier auf den Phänomenbereich „Ausländer“.

1 x Landfriedensbruch

3 x Körperverletzung

 

 

REICHSBÜRGER

 

Nach dem schrecklichen Ereignis von Georgensgmünd rückten Ende des Jahres 2016 die Anhänger der sog. „Reichsbürgerbewegung“ verstärkt in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen. Durch das Bayer. Staatsmi­nisterium des Inneren, für Bau und Verkehr wurde bei den jeweiligen Polizeipräsidien zentrale Kontaktstellen für alle Informationen aus dem Bereich der sog. „Reichsbürgerbewegung“ eingerichtet. Hier erfolgt die Bün­delung und Strukturierung der ein- und ausgehenden Informationen sowie die Verständigung von internen und externen Behörden und Stellen. Die weitere Bearbeitung, Verdichtung, Bereinigung und Speicherung der Informationen erfolgt anschließend durch die nachgeordneten kriminalpolizeilichen Dienststellen.

Mit Ablauf des Monats Oktober 2016 standen insgesamt 195 Personen aus dem örtlichen Zuständigkeitsbe­reich des Polizeipräsidiums Oberfranken im Verdacht der Reichsbürgerbewegung anzugehören. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Anzahl der mitgeteilten Verdachtsfälle mit Ablauf des Monats November 2016 auf 337 Verdachtsfälle an. Ende des Jahres befanden sich insgesamt 379 Personen im Überprüfungsverfahren.

Ein besonderes Augenmerk richtete sich auf die Überprüfung von Personen, die im Besitz von waffenrecht­lichen, sprengstoffrechtlichen oder sicherheitsrelevanten Erlaubnissen sind. Hier befanden sich bis zum 31. Dezember 2016 insgesamt 58 Prüfverfahren in Bearbeitung. Von diesen konnten zu diesem Zeitpunkt 32 Verfahren abgeschlossen und an die Erlaubnisbehörden rückgemeldet werden.

 

 

STRAFTATEN IM KONTEXT MIT ZUWANDERUNG

 

Unter dem Begriff „Zuwanderer“ werden bei der PKS-Auswertung Tatverdächtige mit folgenden Aufenthaltsanlässen zusammengefasst:

 

  • Asylbewerber
  • Duldung
  • Kontingentflüchtling/Bürgerkriegsflüchtling
  • unerlaubter Aufenthalt

 

Die Auswertung der zur PKS gemeldeten Straftaten mit dem Filter „Tatverdächtiger ist Zuwanderer“ zeigt einen weiteren Anstieg der Straftaten um 25,4 Prozent auf 7.462. (2015: 5.952 Fälle).

Bereinigt man die Verstöße ‚Zuwanderer‘ um ausländerrechtliche Bestimmungen verbleibt ein Anstieg der Straftaten von 1.685 Fälle auf 2.537    (+ 50,6 Prozent).

Diese 2.537 Straftaten sind somit ein Teilbereich der durch ‚nichtdeutsche Tatverdächtige‘ begangen wurden. Folglich ist auch hier eine Erhöhung bei den Straftaten durch nichtdeutsche Tatverdächtige von 6.265 Fälle auf 7.174 (+ 14,5 Prozent) zu verzeichnen.

 

Bei der Betrachtung der Entwicklung der Fallzahlen muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Anzahl der Zuwanderer auch im Jahr 2016 angestiegen ist. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Auswirkungen der Aufnahme- und Abschiebeeinrichtungen in Bamberg (ARE, AEO). Die Konzentration von jungen Menschen ohne Bleibeperspektive hat zu punktuellen Anstiegen in der Kriminalität geführt.

Ein Anstieg ist bei folgenden Delikten/ Deliktgruppen feststellbar:

Rohheitsdelikte (insb. einfache Körperverletzung), Rauschgiftdelikte, Vergewaltigung, Diebstahl (insb. einfacher Diebstahl), Sachbeschädigung und Beleidigung. Der Tatort der meisten Gewaltdelikte (63,9 Prozent) befindet sich innerhalb der Aufnahmeeinrichtungen und Unterkünfte.

 

 

ALLGEMEINE AUSSAGEN ZUR SICHERHEITSLAGE

 

  • Aufgrund der allgemeinen aktuellen Sicherheitslage betreibt auch die Oberfränkische  Polizei umfangreiche Aufklärungs-, Schutz- und Fahndungsmaßnahmen und ist im öffentlichen Raum sowie bei Veranstaltungen präsent.
  • Die Bekämpfung der besonders sozialschädlichen Kriminalitätsformen, wie z. B. Gewaltdelikten, Wohnungseinbruchdiebstahl, Bandendelikte, Rauschgiftdelikte, bilden polizeiliche Schwerpunkte bei den Ermittlungen und der Prävention.
  • Die zahlreichen Hinweise und Mitteilungen aus der Bevölkerung sowie die Unterstützung durch die Medien sind für uns unschätzbare Hilfen.

 

 

FAZIT

 

  • Oberfranken ist weiterhin eine sichere Region
  • Die Polizei erfährt durch enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und den Medien große Unterstützung
  • Die vielfältigen polizeilichen Anstrengungen und Optimierungen zeigen Wirkung
  • Der Standortfaktor Sicherheit ist in Oberfranken objektiv hoch und liegt deutlich über dem Durchschnitt www.polizei-oberfranken.de
  • Die komplette oberfränkische Kriminalstatistik 2016 mit Zahlen, Fakten und Grafiken sowie eine zusammenfassende Pressemeldung finden Sie in digitaler Form auch auf der Internetpräsenz der oberfränkischen Polizei unter: