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Bierhoff wünscht mehr Unterstützung für Leistungssport

Herzogenaurach (dpa) – Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat sich für eine stärkere Förderung des Spitzensports in Deutschland auch außerhalb des Millionen-Geschäftes Fußball ausgesprochen. «Ich würde es mir wünschen, dass wir in Deutschland den Leistungssport generell mehr unterstützen, mehr wertschätzen. Uns auch bewusst werden, was diese Sportler alles leisten, wenn sie nicht Profis sind», sagte Bierhoff am Donnerstag in Herzogenaurach.

Rund um das WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino am Samstag in Nürnberg möchte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine Verbundenheit zur Deutschen Sporthilfe (DSH) demonstrieren. Diese war vor 50 Jahren gegründet worden. Drei Euro pro Eintrittskarte sollen der Sporthilfe zugute kommen. Erwartet werden rund 30 000 Zuschauer. «Für das, was die Sportler leisten, ist es immer noch zu wenig», sagte Bierhoff. Außerdem sollen Trikots der Nationalspieler versteigert werden.

Von den Millionensummen der Fußballstars können die meisten Olympioniken nur träumen. Ein «schlechtes Gewissen» habe er nicht, sagte Bierhoff, «aber ich sehe die Schwierigkeiten. Und deswegen ist es umso wichtiger, immer wieder Zeichen zu setzen», sagte der Fußball-Manager.

Schwindelig werde es ihm bei den Zahlen aus dem Fußball nicht, sagte Sporthilfe-Chef Michael Ilgner. «Mir darf nicht schwindelig werden, weil die Schere zu weit auseinandergeklafft ist», sagte der frühere Wasserballer. «Es ist unsere Aufgabe, jeden Tag dafür zu kämpfen, mehr Unterstützung zu gewinnen.»

Etwas «neidvoll» blickte Hockey-Olympiasieger Max Müller auf die finanziellen Möglichkeiten des Fußballs. Andererseits habe man abseits des öffentlichen Fokus mehr Gelegenheiten, Mannschaften zu entwickeln und Dinge auszuprobieren, sagte das Aufsichtsratsmitglied des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg. «Wir haben es aus Ruhm und Ehre gemacht, und das sind auch sehr schöne Motive.»

Eine gute Woche vor dem Start des deutschen Teams beim Confed Cup in Sotschi gegen Australien gab Rodel-Olympiasieger Felix Loch der DFB-Auswahl noch einen Tipp mit auf den Weg. «Man kann über die Russen denken, was man will, aber die Olympischen Spiele waren super organisiert, auch wenn man vielleicht nicht zu weit nach außen schauen darf», sagte Loch. «Da muss man die Augen verschließen, da gehen viele Sachen überhaupt nicht.»