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Inklusion an Schulen: Bayern im Bundesvergleich schwach

München (dpa/lby) – Bayerns Schulen gehören deutschlandweit zu den Schlusslichtern bei der Inklusion. Lediglich 27,4 Prozent der Schüler mit Förderbedarf besuchten im Schuljahr 2016/17 eine Regelschule. Das geht aus einer Abfrage bei allen Bundesländern hervor, die die «Rheinische Post» (Dienstag) ausgewertet hat. Bundesweit liegt die Quote demnach bei 41,1 Prozent.

Das bayerische Kultusministerium widersprach in einer Stellungnahme und betonte: «Zahlen allein, wie es die Rheinische Post angeht, sagen wenig über gelingende Inklusion aus.» Tatsächlich komme die Inklusion in Bayern gut voran. Förderschulen seien zudem Lernorte, die viele Eltern schätzten.

In Bundesländern mit konservativeren Regierungen ist der Anteil an Schülern mit Förderbedarf besonders niedrig, wie die Zeitung weiter berichtete. In Sachsen liege die Quote bei 32,8 Prozent. Schlusslicht sei Hessen. Dort besuchten lediglich 26,8 Prozent der Schüler mit Förderbedarf eine Regelschule. Spitzenreiter sei Bremen mit einer Quote von 88,9 Prozent.

Die Bundesregierung hatte sich 2009 mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention zur Inklusion verpflichtet. Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Konvention von 2011 habe der bayerische Landtag die Inklusion zu einem Kernanliegen des Schulwesens gemacht, so das Kultusministerium. «Der Freistaat stellt eigens für die Inklusion seit 2011 jedes Jahr 100 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung, bisher sind dies insgesamt 600 zusätzliche Lehrerstellen.»