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Bayerischer Außenhandel mit der Türkei eingebrochen

München (dpa/lby) – Die bayerische Wirtschaft sieht dem Verfassungsreferendum in der Türkei am Sonntag mit Sorge entgegen. Die bayerischen Exporte in die Türkei gingen seit Oktober zurück – im Januar und Februar seien sie um fast ein Viertel eingebrochen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, am Donnerstag in München. Die politischen Entwicklungen seien im Außenhandel klar zu spüren. «Wir hoffen, dass die Türkei weiter auf offene demokratische Strukturen setzt», sagte Brossardt.

Bayerische Unternehmen exportierten im vergangenen Jahr für 3,3 Milliarden Euro Autos, Maschinen und andere Waren in die Türkei. Das entspricht knapp zwei Prozent der bayerischen Ausfuhren insgesamt.

Der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, Eberhard Sasse, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die meisten Firmen setzten «auf ein Ende der überhitzten Wahlkampfrhetorik und auf eine baldige Normalisierung der Beziehungen zu Deutschland». Aber sie zögerten mit Investitionen. Der bayerisch-türkische Außenhandel sei in den vergangenen Jahren gewachsen. «Ob sich dieser Trend auch heuer fortsetzt, bleibt aufgrund der unklaren Konjunkturlage in der Türkei allerdings abzuwarten», sagte Sasse.